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Michael_(C)nurith wagner-strauss Michael Scheidl

Künstlerischer Leiter von netzzeit, Regisseur, Ermöglicher, Schauspieler.

geboren 1954 in Wien

1975 Matura am humanistischen Gymnasium des Jesuitenkollegs Kalksburg bei Wien

1976 – 1979 Ausbildung zum Schauspieler am Max Reinhard Seminar(Universität f. Musik und darstellende Kunst/Wien)

1979 – 1981 Engagement als Schauspieler am Landestheater Saarbrücken/BRD („Jimmy“ in „Blick zurück im Zorn“, „Yang Sun“ in „Der gute Mensch von Sezuan“, u.v.a.) sowie erste Inszenierung („Eis“ von Michael Christopher).

1981 – 1983 Engagement als Schauspieler bei den Vereinigten Bühnen Krefeld Mönchengladbach („Treplew“ in „Die Möwe“, „Weinberl“ in „Einen Jux will er sich machen“, u.v.a.)

seit 1983 ist er als freier Schauspieler und Regisseur in Wien und europaweit tätig, auch in TV und Film beim ORF. Insgesamt inszenierte er seither mehr als 60 Werke und Projekte im Bereich Sprechtheater und allen Genres des Musiktheaters; vor allem aber sind es Cross Over Projekte und neue Formen des Musiktheaters, denen er sich seit etwa 2000 immer mehr zugewandt hat.

1985 gründet er, gemeinsam mit seiner Frau, der Bühnen- und Kostümbildnerin Nora Scheidl „netzzeit“, einen gemeinnützigen Verein, der seit über 30 Jahren als Werkzeug zur Herstellung zeitgenössischen Musiktheaters dient und dessen künstlerische Leitung, die die beiden bis heute inne haben.

Seit etwa 2000 produziert die Institution ausschließlich Werke von lebenden Komponisten, die wichtige Themen unserer Gegenwart und Kultur aufgreifen, wobei die meisten davon in direkter Zusammenarbeit mit den KomponistInnen entstehen.

Viele Werke, aber keineswegs alle, werden von Michael Scheidl in Szene gesetzt. Insgesamt reicht das Repertoire seiner Arbeiten innerhalb und außerhalb von netzzeit  von Lortzing´s „Zar und Zimmermann“ bei der Oper Klosterneuburg, oder Humperdincks „Hänsel und Gretel“ ebenda und am Theater Lübeck und „Das weisse Rössel“ bei den Schlossfestpielen in Langenlois, über Henze´s „Elegie für junge Liebende“ im Wiener Odeon, bis zu großen multinationalen Avantgarde-Musiktheaterwerken, wie „Amazonas“, komponiert von Klaus Schedl und Tato Taborda, das er im Auftrag von netzzeit, der Münchener Biennale, der EU, einem großen brasilianischen Partner u.a. in der Münchener Reithalle, dem SESC-Pompei in Sao Paulo und der Halle E des Wiener Museumsquartiers realisiert und inszeniert hat.

Michael Scheidl hat sich als Regisseur aber nicht nur bei nationalen und internationalen Festivals und im Bereich der Avantgarde einen Namen gemacht, sondern ist spätestens seit 2008 durch die Inszenierung von „Kehraus um St. Stephan“, von Ernst Krenek einem breiteren Publikum bekannt. Die Aufführung reüssierte bei den Bregenzer Festspielen akklamiert, am Luzerner Theater und an der Wiener Volksoper, wo sie die erste Aufführung eines Opernwerkes des 20.Jahrhunderts ist, das wegen der großen Publikumsnachfrage in die nächste Saison mit zusätzlichen Vorstellungen übernommen wurde.

Seit 2004 und dann 2005 produziert netzzeit biennal OUT OF CONTROL, Wien´s einziges Festival für Neues Musiktheater. Es gibt kein „Haus“, weil die Aufgabe darin besteht, mit der Idee zu beginnen und dann gemäß der Idee einen geeigneten Raum zu finden, dessen Größe und Atmosphäre, je nach dieser Idee,  naturgemäß sehr verschieden ausfallen kann. Daher ist netzzeit auch keinem Genre verpflichtet, und kennt auch keine musikalisch – ästhetischen Abgrenzungen. Zu den realisierten Projekten gehören, Raumprojekte jenseits des Guckkastens, avantgardistische Events und Performances ebenso, wie zeitgenössische Operette oder herkömmliche, linear erzählte Guckkastenopern;  Kinderopern ebenso, wie schwere dramatische Musiktheaterwerke, da ja immer die Idee am Anfang steht und die – in ihrer Berührung mit der Gegenwart – auch ihr spezifisches Genre verlangt.

Zu den bisherigen Koproduzenten zählen sowohl die Bregenzer und Salzburger Festspiele, die Wiener Festwochen, die Münchener Biennale, die Biennale Venezia, das Transart Festival oder das Budapest Autumn Festival, das SESC in Sao Paulo/Brasilien, das Holland Festival oder das Festival acht brücken/musik für köln als auch klassische Bühnen, wie z.B. das Luzerner Theater oder das Theater Lübeck und – in nicht allzu ferner Zukunft beispielsweise das Teatro Sociale in Trient.

Die Projekte werden regelmäßig von Ensembles wie z.B. dem „Klangforum Wien“, dem Ensemble „die reihe“, dem Ensemble „PHACE“ oder etwa dem Münchener Ensemble „piano possibile“ musiziert, aber auch von den Hausorchestern verschiedener Stadt- oder Staatstheater.

Unter den über 50 KomponistInnen, die von netzzeit mit Musiktheaterwerken aufgeführt wurden, und von denen mehr als 20 Auftragswerke von netzzeit waren, befinden sich Aureliano Cattaneo oder Klaus Schedl ebenso, wie Olga Neuwirth, Max Nagl, Peter Eötvös, Franz Koglmann, Giorgio Battistelli, Georg Kreisler, vor 2000 noch Ernst Krenek, aber auch Clemens Wenger von der Formation „Fünf Achterln in Ehr´n“, die den „Wiener Soul“ begründet hat, um nur Einige zu nennen.

Fast alle Projekte werden an mindestens zwei Orten ur- und erstaufgeführt, nämlich in Wien und bei dem jeweiligen nationalen oder internationalen Koproduktionspartner, und dann auch immer wieder darüber hinaus, wie z.B. bei der japanischen Komponistin Misato Mochizuki, deren von netzzeit beauftragte Oper „Die große Bäckereiattacke“, nach Kurzgeschichten von Haruki Murakami, nicht nur in Luzern und Wien ur- und erstaufgeführt wurde, sondern auch in einer Neuinszenierung in der Santory Hall in Tokio.

Demnächst ist Scheidl als Schauspieler in einer Episode (die er auch inszeniert) in „An die Grenze 1-3“ im Rahmen von OUT OF CONTROL und Wien Modern als „Stammtischbruder“ zu erleben. In 2018 inszeniert er „Der Vogelhändler“ bei den Schlossfestspielen in Langenlois. Im Rahmen von netzzeit ist ein Dionysos-Projekt u.a. programmiert, das Scheidl inszenieren wird.